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Rhône-Tal, Weinbaugebiet in Frankreich

Das Rhône-Tal im Weinland Frankreich

Seine geologische und klimatische Vielseitigkeit macht Frankreich zu einem der abwechslungsreichsten Weinländer der Welt. Jede der 14 Anbauregionen, zu denen auch die Rhône gehört, hat über Jahrhunderte seine eigene Weinkultur gepflegt. Unter jeweils anderen natürlichen Bedingungen haben sich unterschiedliche Rebsorten akklimatisiert und verschiedenartige Anbauweisen entwickelt. Bereits im französischen Teil zieht sich das breite Flusstal der Rhône von Lyon aus fast 200 Kilometer schnurgerade nach Süden. Auf der einen Seite flankiert vom Alpenvorland und den schneebedeckten Alpengipfeln, auf der anderen Seite vom Zentralmassiv. Fast auf der gesamten Strecke wird das Tal von steilen Weinbergen und großen Rebfeldern begleitet.

Weinvielfalt im Rhône-Tal

Die Vielfalt der Weine ist vor allem einer besonderen geografischen Konstellation zu verdanken. Im nördlichen Teil des Rhône-Tals, wo vor allem auf den Terrassen steiler Granithänge Reben kultiviert werden, herrscht ein kühles kontinental geprägtes Klima. Im südlichen Teil mit seinem weiten Schwemmland und Sand-Ebenen, wird es im Sommer sehr heiß und im Winter bleibt es angenehm mild. Das größte Kapital der Weinregion Rhône sind ihre weißen und roten Rebsorten, die – obwohl lange Zeit vor allem in Frankreich selbst wenig beachtet – zu den besten der Welt gehören und auch außerhalb ihrer Ursprungsregion schon seit langem herrliche Weine hervorbringen.

Facettenreiches Weinanbaugebiet von Vienne bis Avignon

Von Vienne im Norden bis Avignon im Süden, bildet das Rhône-Tal eines der facettenreichsten Weinanbaugebiete des Landes. In Vienne, in der die malerische Ruine des alten Amphitheaters einen herrlichen Blick über das Rhone-Tal bietet, ist der Startpunkt der Côte-du-Rhône-Appellationen. In unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Vienne schließt die Côte-Rôtie an. Sie ist die Heimat wunderbarer Syrah-Weine.

Das Renommierstück darunter ist die blaue Syrah, die sich zu einer regelrechten Modesorte entwickelt hat. Dass die dunklen Trauben mit ihren kleinen Beeren von besonderer Güte sind, dürften schon die Römer gewusst haben. Die dunklen und in gleichem Maße fruchtigen wie tanninbetonten Weine, können bei optimalen Reifebedingungen komplex und extrem alterungsfähig werden. Sie entsprechen vor allem dem Bild fester, gleichzeitig aber auch harmonischer Weine, wie sie beim modernen Verbraucher beliebt sind.

Sortenreine Syrah-Weine werden unter der Appellationen Côte-Rôtie, Hermitage, Saint-Joseph oder Crozes-Hermitage an der nördlichen Rhône erzeugt. Aber auch in den Weinbergen des Südens wurde die Sorte in den letzten Jahren immer häufiger angepflanzt. Eine Besonderheit des Anbaugebietes ist die pyramidenartige Pfahlerziehung, die auf den schmalen Terrassen an bis zu 100 % steilen Hängen die einzig sinnvolle Kulturform darzustellen scheint. Die zweite, wichtige Rotweinsorte ist die ertragreiche Grenache. Sie als charakterlosen Massenträger abzutun wäre falsch, denn daraus werden einige der schönsten Roten aus Châteauneuf-du-Pape und aus den Villages Appellationen gekeltert.

Auch Mourvédre, eine spät reifende Sorte, die viel Wärme braucht und dann recht tanninreiche Weine hervorbringt, ist an der südlichen Rhône sehr beliebt. Bei den Weißweinen kommen die interessantesten Sorten eindeutig aus dem Norden, wo sich vor allem der sortenrein gekelterte Viognier unter der Herkunftsbezeichnung Condrieu durch dichte, intensiv nach Honig, Aprikose und Pfirsich duftende Weine auszeichnet.

Im Reich von Viognier

An die Côte-Rôtie schließt unmittelbar im Süden das kleine Weißweingebiet Condrieu an, in dem Viognier zur Höchstform aufläuft. Kalkhaltige Felsböden mit Schiefer und Glimmer in den oberen Schichten bieten die Grundlage für finessenreiche, vielschichtige Viognier Weine.

Auf der Fahrt in Richtung Süden wird es zwischen Valence und Montélimar nicht nur deutlich heißer, sondern auch die Landschaft und die Städte zeigen sich bereits mediterraner. Das Tricastin, Tor zur Provence, ist ein ausgesprochenes Trüffel-, Obstbau- und Lavendel-Gebiet und statt der steilen Terrassenlagen des Nordens werden die Reben hier auf großen Feldern im allenfalls leicht hügeligen Gelände kultiviert. Der Großteil der Flächen dieser südlichen Hälfte des Rhône-Tals, die gut 95 Prozent der Gesamtproduktion aufbringt, ist nur für die Regional-Appellation Côte du Rhône zuglassen. Traditionell werden 13 verschiedene rote und weiße Rebsorten kultiviert, die in mehr oder weniger großen Anteilen in die meisten Weine eingehen, wobei gelegentlich sogar Weißwein-Trauben in Rotweinen Verwendung finden.

Päpstlicher Wein

Die mit Abstand bekannteste, größte und renommierteste Einzel-Appellation des Rhône-Tals ist Châteauneuf-du-Pape. Châteauneuf ist in jeder Beziehung ein Sonderfall. Der weithin sichtbare Felshügel mit seinen Tonsandböden, an dessen Hängen der Ort malerisch liegt, wird umgeben von einer Ebene, die dicht mit rötlichen Rundkieseln bedeckt ist. Charakteristisch für Châteauneuf-du-Pape sind die vielen zugelassenen Rebsorten. Die vielen verschiedenen Böden führen dazu, das ein Großteil der Cuvées aus Weinen der unterschiedlichsten Terroirs verschnitten werden. Insgesamt sind in der Appellation 13 Rebsorten erlaubt, die verwendet werden dürfen. Viele der Spitzenwinzer halten Grenache noir für die komplexeste Sorte, während die in der Jugend zur Reduktion neigende Mourvèdre den Weinen Alterungsfähigkeit gibt. Verstärkt wird auch Syrah angepflanzt, die aber im heißen, südlichen Klima bei weitem nicht die Finesse und Komplexität zeigt wie an der nördlichen Rhône.

Süßes von der Rhône

Eine Spezialität und Rarität der südlichen Rhône sind die beiden aufgespritzten Süßweine oder „vins doux naturels“ Muscat Beaumes-de-Venise und Rasteau die nur hier und im benachbarten Languedoc produziert werden.

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