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Tag der Deutschen Einheit

von | Okt. 1, 2015 | Deutschland, Wein und Wissen

Tag der dt. Einheit: Weinanbaugebiete Saale-Unstrut & Sachsen

In diesem Jahr blicken wir auf 25 Jahre Deutsche Einheit und die werden mit vielen Veranstaltungen gebührend gefeiert. Der 3. Oktober ist der Tag der Deutschen Einheit und aus der deutschen Geschichte nicht mehr wegzudenken. Ein Grund, sich einmal die Weinanbaugebiete Saale-Unstrut & Sachsen zusammen mit ihrer Geschichte näher anzusehen. Nachweislich wird nämlich schon seit der vorletzten Jahrtausendwende im Gebiet von Saale-Unstrut Weinbau betrieben. Rebkulturen aus dem Jahr 1066 der Zisterzienser im Kloster Pforta, dem heutigen Landesweingut, belegen das nachhaltig.

Saale-Unstrut & Sachsen

Ein Weinanbaugebiet mit langer Geschichte und deutlich älter als der Tag der dt. Einheit, denn noch im Mittelalter wurde fast auf dem gesamten Gebiet der östlichen Bundesländer Weinbau betrieben. Bis an die Ostseeküste zogen sich damals die Rebflächen, die das Vielfache der heutigen Ausdehnung erreichten. Dem 30-jährigen Krieg fielen zahlreiche Weinberge zum Opfer. Was dann noch übrig war, wurde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Reblaus vernichtet. Der Weinanbau Ost ist deshalb heute auf kleine Landstriche in den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt, genauer gesagt: in den Tälern der Elbe, der Saale und der Unstrut beschränkt. So wurde hier in den Weinanbaugebieten Saale-Unstrut & Sachsen der Weinbau schon zu DDR-Zeiten betrieben. Wenngleich sich hier die Qualität der Weine dem planwirtschaftlichen Aspekt unterordnen musste.

Menge statt Qualität im Weinbau Ost-D

Nach der Wiedervereinigung setzte sich in den neuen Weinregionen Sachsen und Saale-Unstrut im Gegensatz zum Westen der Qualitätsprozess nur zögernd durch. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit denen die meisten Betriebe zu kämpfen hatten und das Fehlen einer Struktur kleinerer und mittlerer Weinbaubetriebe, ließen wirklich keine Spitzenproduktion zu. Hinzu kamen die klimatischen Bedingungen, unter denen der Weinbau in den verbliebenen Weinregionen Saale-Unstrut und Sachsen organisiert werden musste. Beide Gebiete sind die nördlichsten Deutschlands und liegen hart an der äußersten Weinbaugrenze, jenseits derer eine regelmäßige Traubenreife nicht mehr zu erwarten ist. Das Klima ist zwar wie in Franken und Württemberg kontinental geprägt, aber den milden Sommern stehen hier noch kältere Winter gegenüber.

Rebsorten der Weinregion Saale-Unstrut und Sachsen

Auf den über Saale, Unstrut, Ilm und dem Süßen See aufsteigenden Hängen reifen überwiegend weiße Trauben. Auf den Einzellagen wächst vor allem Müller-Thurgau, der immer noch einen Großteil der Fläche ausmacht. Silvaner, Weißburgunder, Grauburgunder, Gutedel und Scheurebe zu denen sich Sorten wie Kerner, Riesling und Traminer gesellt haben. Die Rebsorte Elbling war bereits im Mittelalter eine weit verbreitete Rebe und galt als:„Wein, den schon die Römer tranken“. Heute findet man sie fast nur noch in Sachsen.

 Neuorientierung in der Weinregion Sachsen

Man musste sich nach dem „Mauerfall“ in vielen Dingen neu orientieren und schaffte es erstaunlich schnell. Die Winzer in Sachsen lernten rasch und so hat das nach wie vor kleine Weinanbaugebiet Sachsen, Saale-Unstrut einen guten Stand im Weinland Deutschland. In den Weinanbaugebieten sind Winzer am Werk, die sich voller Leidenschaft und intensiv mit dem Wein befassen. Es entstehen Weine, für deren Anstrengungen sie immer wieder mit Auszeichnungen belohnt werden. Sogar in der kritischen Fachwelt haben die Weine aus Sachsen große Beachtung gefunden. Auch das gehört zu den positiven Errungenschaften und ist noch ein Grund mehr, 25 Jahre Deutsche Einheit gebührend zu feiern.

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