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Burgenland: Österreichs Weinbauland

von | März 9, 2017 | Dies & Das, Wein und Wissen

Mit knapp 16 000 Hektar Rebfläche ist das Burgenland Österreichs zweitgrößtes Weinbauland nach Niederösterreich. Am Rand der ungarischen Tiefebene gelegen, profitiert es vom heißen, pannonischen Klima und eignet sich deshalb besser als jede andere Region des Landes zur Herstellung von Weißweinen aus voll- und überreifen Trauben sowie für dichte, frucht- und tanninbetonte Rotweine, die zu den körperreichsten in Österreich gehören.

Glykolskandal: Neubeginn aus dem Burgenland

Nachdem sich Österreich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre vom Schock des Glykolskandals erholte, kamen die ersten Anzeichen eines Neubeginns ausgerechnet aus dem Burgenland. Eine Region, bei der die Panschereien den stärksten Image-Verlust herbeigeführt hatten. Im Ausland sorgten die Burgenländer zunächst mit neu eingeführten internationalen Sorten wie dem Cabernet Sauvignon oder dem Pinot Noir für Aufmerksamkeit. Einige Jahre konnten Sie noch den Zweigelt und den St. Laurent merklich verbessern, indem sie ihnen zu Farbe, Bukett, Struktur und Alterungsfähigkeit verhalfen. Der endgültige Durchbruch gelang aber mit Blaufränkisch.

Dazu eine Anmerkung von Rudolf Knoll, Chefredakteur von Europas Weinmagazin Vinum!
„Zum Neubeginn des Burgenlandes hat vor allem eine Sorte beigetragen: Blaufränkisch. Legendär ist heute noch der 1986er Mariental von Ernst Triebaumer aus Rust; er war der „Urknall“ für die rote Revolution in Österreich. Und E.T. wurde mit einem Schlag durch ein Testergebnis bei Vinum 1988 europaweit bekannt.“ Die Burgenländer haben damit eine solide Reputation geschaffen.

Burgenland: Aufteilung in vier Anbaugebiete

Im Nordosten befindet sich das Anbaugebiet Neusiedlersee, welches vor allem für seine Süßweine bekannt geworden ist. Wer einmal den Seewinkel bereist hat, wird vielleicht über Hausinschriften vom Stil „Hier gibt es den Wein der Weltmeister„ geschmunzelt haben. Doch es lässt sich nicht leugnen, dass die Weinberge im nördlichen Burgenland ganz hervorragend für die Produktion von Süßweinen geeignet sind und einige der Winzer mit internationalen Auszeichnungen überhäuft wurden. Mit den idealen klimatischen Voraussetzungen gelingt es den Seewinklern alljährlich, was in anderen Hochburgen des Süßweins, etwa Deutschland oder dem Sauternes-Gebiet, nur hin und wieder oder nur unter Einsatz massiver Technologie möglich ist.

Neben den Süßweinen werden auch kräftige Weißweine gekeltert, darunter einige der besten Chardonnay-Produktionen des Landes. Die Rotweine gelingen hier meist besser als Cuvée mit einheimischen oder zwischen einheimischen und internationalen Sorten. Beachtenswert sind vor allem die Weine einer kleinen Gruppe Spitzenwinzer „Pannobile“ am Nordostufer des Neusiedler Sees.

Neusiedlersee-Hügelland

An den nordwestlichen und westlichen Ufern des Sees liegt das Neusiedlersee-Hügelland. Hier ist die Lagenvielfalt weit größer, da zwischen dem Seeufer und den angrenzenden Hügeln einerseits und den Hängen des Leitha-Gebirges andererseits nicht nur klimatische Unterschiede bestehen, sondern auch die Bodenzusammensetzung stark variiert. Neben exzellentem Blaufränkisch und Zweigelt gedeihen ausgezeichnete Weißweine, wobei nicht nur Chardonnay, sondern selbst Sauvignon Blanc überzeugende Resultate erbringen. Die eigentlichen Stärken des Neusiedlersee-Hügellandes liegen zweifellos im Bereich der trocken ausgebauten Weiß- und Rotweine, die viel Kraft und zugleich Finesse mitbringen. In südlicher Richtung wird das Gelände zunehmend hügeliger, dagegen büßt das Sortenspektrum an Vielfalt ein.

Die ur-österreischische Rebsorte Blaufränkisch

Im Mittelburgenland, welches sich am Südufer des Neusiedler-Sees anschließt, beherrscht die Sorte Blaufränkisch fast monopolartig die Anbauflächen. Beim Ausbau im klassischen Holzfass wie auch im Barrique, kann sie herrliche Resultate hervorbringen. Etwas weniger dominant, aber immer noch für die besten Weine verantwortlich, ist dieselbe Sorte im Südburgenland, dicht an der Grenze zur Steiermark gelegen. Im vielleicht besten unbekannten Weinbaugebiet Europas werden daraus wundervoll fruchtige, würzige Rotweine gekeltert, deren einziger wirklicher Nachteil die geringen Mengen sind, die davon auf den Markt gelangen. Aus dem einmaligen Terroir des Eisenbergs im Südburgenland kommt auch „Groszer Wein“ vom Weingut Vinum Ferreum.

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